DeutschEnglishFrançaisEspañol中文
 

Um eine realistische Bewertung der Gefährdung durch luftgetragene Schadstoffe für das Kunst- und Kulturgut zu ermöglichen, hat die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung geeignete Analysemethoden neu entwickelt und optimiert.

Im Vorfeld wurden sämtliche marktrelevanten Werkstoffe im Vitrinenbau nach Kriterien geordnet, erfasst und hinsichtlich des Emissionspotentials klassifiziert. Aus diesen Basisdaten wurden neue Werkstoffanforderungen definiert.

Das danach neu entwickelte Schema zur Bewertung von Werkstoffen für Museumsvitrinen beinhaltet verschiedene Analysemethoden und ist als BEMMA*-Bewertungsschema wissenschaftlich publiziert.

Auf Grund der besonderen Schadstoffproblematik bei sehr geringen Luftwechselraten waren analytisch neue Lösungen zu finden, da entsprechend empfindliche Nachweisgrenzen zur richtigen Beurteilung des Schädigungspotentials von Emittenten unabdingbar sind.

So ist es mit den neuen Verfahren erstmals möglich, schnell (innerhalb von nur 5 bis 6 Tagen) und effizient eine problemorientierte Untersuchung mit belastbaren und reproduzierbaren Analyseergebnissen vorzunehmen.

Zusammengefasst in einem einheitlichen Bewertungsschema ist die vergleichbare Bewertung von Vitrinenwerkstoffen im Hinblick auf schwer-, mittel- und leichtflüchtige Substanzen (SVOCs, VOCs und VVOCs) bei gleichzeitig deutlich niedrigeren Nachweisgrenzen (z.B. für Essigsäure 50 µg/m³ und für Ameisensäure 25 µg/m³) möglich geworden.

Dem problembewussten Anwender (Ausstellungskurator, Restaurator, Konservator oder Fachplaner) wird durch das BEMMA*-Bewertungsschema eine wirksame Entscheidungshilfe geboten für die Planung von Ausstellungsvitrinen, Depoteinrichtungen oder Präsentationshilfen. Das gleiche gilt für die Herstellung von Transportverpackungen für Kunst- und Kulturgüter.

Akkreditierte Prüfinstitute sind nach diesem Bewertungsschema befähigt, qualifizierte Messungen an Werkstoffen für Museumsvitrinen und -ausstattungen durchzuführen und entsprechend zu interpretieren. In Ausschreibungen und Leistungsbeschreibungen sollten diese Ergebnisse verwendet werden, um allen Beteiligten Planungs- und Entscheidungssicherheit zu geben: Sicherheit beruhigt!

 

 

  • BEMMA*-Bewertungsschema: Entwickelt von der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
  • Erstmals vergleichbare Bewertung von Vitrinenbauwerkstoffen
  • Neue Prüfverfahren und Materialanalytik
  • Schnelle Ergebnisse: Gesamtanalyse innerhalb von 5 bis 6 Tagen
  • Bewertungen von schwer-, mittel- und leichtflüchtigen Substanzen bei gleichzeitig deutlich niedrigeren Nachweisgrenzen
  • Wirksame Entscheidungshilfe bei der Planung von Vitrinen, Depotanlagen und Transportverpackungen